Interview mit Fabian Flury, CEO und Inhaber von Kurth Glas

Wie ist Ihr Interesse zur Glasbranche entstanden?

Seit ich 8 Jahre alt bin, ist Martin Kurth (ehemaliger Inhaber) mein Kampfsport-Trainer. Bereits als Teenager habe ich während den Schulferien im Frühling, Sommer und Herbst bei der Serienproduktion der Kühlschrankgläser mitgearbeitet. Mit 16 Jahren hat mir Martin Kurth eine Lehrstelle im Büro angeboten, welche ich im Jahre 2000 erfolgreich abgeschlossen habe.

 

Seit 2011 sind Sie neuer Inhaber der Firma Kurth Glas, was hat sich für Sie verändert?

Zum Glück weiss man im Vorfeld nicht genau auf was man sich bei einer Firmenübernahme einlässt. Sicher ist, dass meine ersten Jahre als Inhaber meine lehrreichsten und anstrengendsten waren. Täglich werde ich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, welche meine Arbeit interessant und abwechslungsreich gestalten.

 

Wie würden Sie Ihren Führungs-Style beschreiben?

Ich versuche,  mit meinen Mitarbeitern kollegial und fair umzugehen. Trotzdem ist es nicht immer einfach, einen idealen Mittelweg zu finden. Deshalb muss ich zum Teil auch unpopuläre Entscheidungen treffen, welche dem Wohl der Unternehmung dienen.

 

Wie wählen Sie Ihre Angestellten aus?

Loyalität und Ehrlichkeit ist mir besonders wichtig. Zudem muss die angestellte Person in das bestehende Team passen und hinter dem Unternehmen stehen. Vorsichtige und genaue Mitarbeiter sind mir lieber als Akkordarbeiter, bei welchen man nicht sicher ist, ob die Arbeit den hohen Qualitätsanforderungen unserer Firma entspricht.

 

Auf was legen Sie besonderen Wert in Ihrer Firma?

Mir ist wichtig, dass die Qualität unserer Produkte nicht unter dem wirtschaftlichen Druck leidet. Zudem will ich unsere Kunden termingerecht und fehlerfrei beliefern.

 

Was für Gerüchte über Kurth Glas sind Ihnen bekannt? 

Dass bei uns nur Geschäftskunden Glas beziehen können.

Dieses Gerücht stimmt natürlich nicht, Privatkunden sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Kunden.

 

Dass unsere Glasduschen teurer sind als in Fachmärkten.

In Fachmärkten beinhaltet der Preis meistens nur das Material, deshalb wirken sie auf den ersten Blick günstig. Doch werden diese mit Montage meist viel teurer. Bei uns hingegen kaufen Sie direkt beim Hersteller, somit werden Zwischenhandels-Margen umgangen. 

 

Wo sehen Sie die Stärken von Kurth Glas?

Die Stärke unserer Firma ist die Flexibilität bei der Auftragsabwicklung. Wir sind in der Lage, innerhalb kürzester Zeit komplexe Aufträge auszuführen. 

 

Was sind die Schwächen von Kurth Glas?

Durch die kurzen Lieferzeiten und Flexibilität kann unsere Firma zum Teil etwas chaotisch wirken. Aus diesem Grund optimieren wir ständig unsere Produktions- und Montageprozesse.

 

Wo sehen Sie für Ihre Firma die Schwierigkeiten in der Glasbranche?

Durch das hohe Lohnniveau in der Schweiz haben wir einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren europäischen Mitbewerbern. 

 

Wie sieht die Zukunft von Kurth Glas aus?

Unsere Firma entwickelt sich immer mehr zu einer Art Uhrenmanufaktur. Mit Toleranzen bis +/-0.09 mm spielen wir in diesem Bereich in einer eigenen Liga. Unsere Gläser werden nicht mehr mit handelsüblichen Metern gemessen sondern mit Schieblehren. Ich denke, dass Präzisionsarbeiten für unsere Firma in Zukunft immer wichtiger werden.